Heilpflanze Beinwell

Der Beinwell (Symphytum officinale)gehört zur Familie der Raublattgewächse und ist in Eurasien weit verbreitet.

Geschichte: Beinwell heißt im Volksmund – der den Beinen gut tut. Er ist schon seit über 2000 Jahren als Heilpflanze bekannt. Der griechische Arzt Dioskurides (40 bis 90 n. Chr.) hat Beinwell bereits in seinem Lehrbuch beschrieben (Materia medica). Schon damals galt die Pflanze als hilfreiches Mittel bei Knochenbrüchen, Verrenkungen und Gelenkbeschwerden.

Volkstümliche und andere Namen: Gemeiner Beinwell, Arznei-Beinwell, Bienenkraut, Beinwurz, Hasenlaub, Milchwurz, Schadheilwurz, Schmalwurz, Wallwurz, Komfrei, Wundallheil

Standort: Der Beinwell liebt sonnige bis halbschattige, feuchte, nährstoffreiche Böden, besonders Lehmböden, Gräben oder feuchte Wegränder sowie feuchte Wiesen, Ufer, Auenwälder und Moorwiesen bis in Höhenlagen von 1000 Meter.

Pflanzenbeschreibung: Der Beinwell erreicht Wuchshöhen von meist 30 bis 60 Zentimeter, selten bis zu 1 Meter. Er wächst als sommergrüne, ausdauernde krautige Pflanze. Es stehen oft mehrere Pflanzen zusammen. Der Wurzelstock kann eine Länge von bis zu 50 Zentimeter erreichen und besteht aus gedrungen, purpur-braunen Hauptwurzeln. Stängel und Blätter sind borstig behaart, steif oder bei einigen Arten fast kahl. Der Stängel ist aufrecht bis aufsteigend und verzweigt, er besitzt lange, ziemlich gerade abstehende, weiße borstige Haare. Die Laubblätter sind groß und wechselständig am Stängel angeordnet. Je nach Unterart verläuft der Blattgrund mehr oder weniger deutlich mit 2 bis 3 mm breiten Flügeln am Stängel herab. Die untersten 30 bis 60 Zentimeter langen und 10 bis 20 Zentimeter breiten Laubblätter sind lang gestielt und besitzen eine zungenförmig-lanzettliche bis eiförmige Blattspreite mit spitzzulaufenden oberen Ende. Die mittleren und oberen Laubblätter sind sitzend und besitzen eine kleinere Blattspreite,die mit einer Länge von bis zu 25 Zentimeter ei- bis lanzettförmig ist. Je nach Standort reicht die Blütezeit von Mai bis September oder Oktober. Viele Blüten stehen in reichblütigen, beblätterten Doppelwicken zusammen. Die zwittrigen Blüten sind fünfzählig mit doppelter Blütenhülle und radiärsymmetrisch.Die fünf etwa bis zu 7 Millimeter langen Kelchblätter sind bis zu einem Viertel ihre Länge verwachsen und die Kelchzipfel sind lanzettlich mit zugespitztem oberen Ende. Die Kronblätter sind meist hell-purpurfarben, schmutzig rotviolett, violett, aber auch gelblich-weiß und meist 1,4 bis 1,5 (1 bis 2) Zentimeter lang. Sie sind verwachsen und enden in dreieckigen Kronlappen mit zurückgebogenen Spitzen. Die Krone besitzt mit einer Länge von etwa 4 mm relativ lange Schlundschuppe. Es ist nur ein Kreis mit fünf Staubblättern vorhanden. Sie sind mit der Kronröhre verwachsen und überragen die Krone nicht. Die 3 Millimeter langen Staubfäden sind im unteren Bereich fast so breit wie die etwa 3,5 Millimeter langen Staubbeutel. Der Fruchtknoten der meisten Blüten ist steril. Es werden selten Klausenfrüchte gebildet, diese zerfallen in glänzende, glatte, schwarze Teilfrüchte, die bei einer Länge von 3 bis 4 Millimeter schief eiförmig sind.

Hauptanwendungsgebiete:

  • Gelenkschmerzen
  • Hautschäden
  • Knochenbrüchen
  • Muskelschmerzen
  • Prellungen
  • Quetschungen
  • Schmerzen bei Verletzungen
  • Schwellungen
  • Verletzungen des Bewegungsapparates
  • Verstauchungen
  • Rheuma
  • Verflüssigt Wundsekrete
  • Hilft schnell neues Gewebe zu bilden

Heilanzeigen:

  • adstringierend
  • beruhigend
  • blutbildend
  • blutreinigend
  • blutstillend
  • entzündungshemmend
  • erweichend
  • kühlend
  • lindernd
  • wundheilend
  • schmerzstillend

Inhaltsstoffe: Alkaloide, Allantoin, Asparagin, Flavonoide, Gerbstoff, Schleim, ätherisches Öl, Harz, Kieselsäure, Pyrrolizidinalkaloide, Stigmasterol

Verwendete Pflanzenteile: Bätter, Wurzeln

Abautipps:

  • Sonne
  • Halbschatten
  • Schatten
  • tiefgründig feuchter Boden
  • vermehrung durch Wurzelteilung oder Stecklinge
  • Düngung mit Kompost

Sammelzeit:

  • Wurzeln: Frühling und Herbst
  • Blätter: Frühling bis Herbst

Sammeltipps: Wegen der Alkaloide besser mit Handschuhen ernten. Im Herbst gegrabene Wurzeln kann man mit Sand oder Erde einschlagen, so hat man immer frische Wurzeln zur Hand.

Anwendungen:
Abkochung: Wurzel klein schneiden, in einem Topf (kein Metall verwenden) mit kaltem Wasser uebergiessen, so dass die Wurzeln bedeckt sind. Bei niedriger Hitze ca 1 Std kochen lassen bis sie weich sind. Dann die Wuzeln zerstampfen und mit Lehmpulver vermischen
schleimige Abkochung ist ein ausgezeichnetes Mittel bei Knochenbruechen, Qutschungen, alten Geschwueren und Narben. Alte schlecht durchblutete Operationsnarben werden durchblutet und spannen nicht mehr.

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